(K)EIN SPRUNG INS KALTE WASSER…

Einführungkurs in den Mesnerdienst auf der Liebfrauenhöhe.

Unser Kollegium in der Krönungskirche auf der Liebfrauenhöhe. Foto: K.Ronge

von Karol Ronge
Ein Aufenthalt in der Abgeschiedenheit eines Klosters wird für den modernen, stressgeplagten Menschen als eine Gelegenheit zur Meditation, Entspannung, Entschleunigung und Selbstfindung gesehen; so die landläufige Meinung.
Dass es in einem Kloster nach einem langen und eng getaktetem Schulungsprogramm zugehen kann, haben Anfang Juli die Teilnehmerinnen des Einführungskurses für Einsteiger in den Mesnerdienst in Ergenzingen auf der Liebfrauenhöhe, erfahren.

Zu diesem Einführungskurs mit 46 Teilnehmenden, kamen 28 Frauen(!) und 18 Männer. Fünf der Kursteilnehmer besetzen eine Einhundert-Prozent Stelle. Ein Dutzend verrichtet ihren Dienst ehrenamtlich. Die Altersspane lag zwischen Anfang Zwanzig bis über Siebzig. Wie man sieht, ein Einstieg bei den Mesnern ist jederzeit möglich.

Die Kursleitung hatten Diözesanpräses Pfarrer Heinrich Klöpping und Diözesanleiter Andreas Schäfer inne. Gearbeitet wurde theoretisch gemeinsam im Tagungsraum und in Gruppen an den echten Einsatzorten, im Kircheraum und der Sakristei der Krönungskirche.
Behandelt wurde ein breites Spektrum an Themen: das Berufsbild des Mesner, seine Aufgaben in der Gemeinde, persönliche Anforderungen, sowie Routine-Tätigkeiten, wie die Pflege des Gotteshauses und der an den Jahreskreis angepasste Kirchenschmuck. Desweiteren wurden die Pflege und der sachgerechte Umgang mit liturgischen Gegenständen und Kunstschätzen behandelt.

Als ziemlich große Hürde stellte sich der Gebrauch des Direktoriums, das Einlegen der sieben farbiger Bändchen an den richtigen Stellen im Messbuch, sowie das aussuchen der Bibeltexte für den Tag heraus.
Eine Fülle an Informationen bot der abendliche Vortrag „Das Kirchenjahr“ Pfarrers Dr. H.M. Schneider, der für die Redaktion des Direktoriums unserer Diözese verantwortlich ist.

Richtig spürbar während des ganzen Kurses war das Bedürfnis sich auszutauschen. Selbst die Mahlzeiten wurden für regen Erfahrungsaustausch mit Kollegen genützt. Die Themen aus der Rubrik „Verschiedenes“ konnten wir ausführlich nach dem Abendlob, beim gemütlichem Ausklang im Keller „behandeln“.

Eine fundierte Einführung in den Mesnerdienst bietet die überdiözesane Mesnerschule in Freising, und das seit bereits neunundvierzig Jahren. Doch nicht jeder und jedem, die sich zu diesem Dienst berufen fühlen, ist es zeitlich möglich, an diesen drei Wochen andauernden Kursen während der Fastenzeit teilzunehmen.
Der Berufsverband der Mesner ermöglicht den Berufseinsteiger/-innen unserer Diözese, in Grund- und Kompaktkursen und während der Besinnungstage (zu denen auch die Ehepartner eingeladen sind) das für den Dienstalltag nötige Wissen zu bekommen.

Der Wechsel aus der Kirchenbank in die Sakristei ist vielleicht mit einem Wechsel aus einem Platz im Zuschauerraum eines Theaters, hinter die Kulissen vergleichbar. Ohne eine Vorbereitung legt der eifrigster Kandidat eine Bauchlandung hin. Mit unseren Angeboten hoffen wir als Berufsverband unseren neuen Kolleginen und Kollegen zumindest die Schwimmflügel angelegt zu haben.